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Osteopathie, eine sanfte Heilkunst !

Die Osteopathie entstand vor über 120 Jahren in Amerika. Andrew Taylor Still, ein Arzt, hat die Prinzipien der Osteopathie entdeckt und daraus eine neue Medizin entwickelt. Seitdem hat sich die Osteopathie rasant weiterentwickelt und verzeichnet größte Zuwachsraten.

 

Sie haben noch nie etwas von Osteopathie gehört? Die aus Amerika stammende ganzheitliche Methode der Diagnose und Therapie bietet wirksame Hilfe bei vielen Beschwerden. Behandelt wird ausschließlich mit den Händen; die Osteopathie arbeitet mit den Selbstheilungskräften des Körpers und verzichtet auf Instrumente u. Medikamente.

 

In den USA ist die Osteopathie der medizinische Zweig mit den größten Zuwachsraten. Auch bei uns hält die Osteopathie in immer mehr Praxen von Physiotherapeuten, Heilpraktikern und Ärzten Einzug.

 

Daher ist es an der Zeit, die Osteopathie in verständlicher gekürzter Form einem größeren Publikum vorzustellen, zu zeigen wie sie funktioniert und wann sie vor allem helfen kann.

Osteopathie: "Sanftes heilen mit den Händen"

Die in Deutschland bislang nur wenig bekannte Therapie ist in anderen Ländern, vor allem in den USA, gefolgt von England, Frankreich sowie in einigen Benelux-Staaten fester Bestandteil der Medizin und erfreut sich wegen seiner Erfolge großer Akzeptanz in der Bevölkerung. In diesen Staaten wird sie von Therapeuten ausgeübt, die eine sehr gründliche, wissenschaftlich orientierte Ausbildung erhalten haben.

 

In Deutschland beginnt sich diese Methode zur Zeit mit sichtbarem Erfolg zu etablieren. Physiotherapeuten, Heilpraktiker sowie Angehörige ähnlicher Berufe können sich an einigen Schulen für Osteopathie in einer mehrjährigen, fachlich umfassenden Aus- und Weiterbildung auf ihre Tätigkeit vorbereiten lassen. Als besonderes Merkmal für die gezielte osteopathische Behandlung ist dabei hervorzuheben, dass eine sehr gründliche Auseinandersetzung mit der Anatomie des Menschen, seines Stütz- und Bewegungsapparates unter Berücksichtigung der Hüllstrukturen des Zentralnervensystems sowie der Brust- und Baucheingeweide einen sehr breiten Teil der Ausbildung einnimmt. Gerade diese Strukturen sind es, die der Therapeut für Osteopathie mit seinen Händen ertastet um deren Funktionszustand zu beurteilen und gegebenenfalls mit substilen manuellen Techniken zu mobilisieren, damit die postulierte Potenz zur Selbstheilung des Organismus in der betroffenen Region in Gang gesetzt werden kann.

 

Die Osteopathie macht nicht bei der Behandlung von Symptomen halt, sondern geht den Ursachen von Krankheiten auf den Grund. Ihr großer Vorzug liegt darin, dass sie schwerpunktmäßig funktionelle Störungen therapiert, bevor diese zu Krankheiten ausarten. Sie behandelt also im herkömmlichen Sinne vorbeugend.

 

Ihre Grenzen liegen dort, wo Beschwerden nicht organisch bedingt sind und wo die Selbstheilungskräfte nicht ausreichen, den Organismus wieder gesunden zu lassen.

Was kann die Osteopathie?

Die Osteopathie behandelt keine Krankheiten. Sie geht aber den Ursachen der Krankheiten auf den Grund. Sie "fragt nach" wann eine Krankheit ausgebrochen ist und was den Organismus bisher daran gehindert hat zu gesunden. In der Regel ist eine Bewegungseinschränkung, eine Restriktion, Ursache der Krankheit. Diese Restriktion wird der Osteopath aufspüren und behandeln. So kann er den betroffenen Bereich wieder zu seiner natürlichen Bewegung verhelfen, zu seiner eigentlichen Funktion und so dem Körper die Möglichkeit verschaffen, sich selbst zu heilen. Der Osteopath regt die Selbstheilungskräfte des Patienten an, indem er die Widerstände löst, die der Heilung im Wege stehen.

Was ist ein Osteopath?

Ein Osteopath nutzt die Kenntnisse von Anatomie und Physiologie, um mit seinen Händen kunstfertig dem Organismus zur Selbstheilung zu verhelfen.

 

Im deutschsprachigem Raum ist ein Osteopath meist kein Arzt, sondern ein Therapeut. Er wird also keine Diagnosen erstellen, sondern Befunde erheben. Vom Physiotherapeuten unterscheidet ihn sein ganzheitlicher Ansatz. Ein Osteopath wird in der Regel keinen Muskelaufbau trainieren. Im Gegensatz zum Physiotherapeuten wird er auch die inneren Organe und die Einheit von Schädel und Becken behandeln. Ähnlich einem Chiropraktiker behandelt der Osteopath Bewegungseinschränkungen. Doch sucht der Chiropraktiker nicht nach den Ursachen der Einschränkung, sondern behandelt deren Symptome. Vom Masseur unterscheidet den Osteopathen seine genauen, anatomischen Kenntnisse. Auch beschränkt er seine Behandlung nicht nur auf die Muskeln und das Lymphsystem.

Ganzheitlich und individuelle Behandlung

Es liegt in der Natur der Osteopathie, in ihrem ganzheitlichen Ansatz, dass sie im Laufe ihrer Geschichte um diesen wesentlichen Teilbereich erweitert wurde. Ihr Verständnis vom Körper als funktionierende Einheit und vom Menschen als einzelnes Individuum zeigen die zusätzlichen Möglichkeiten der Osteopathie gegenüber der Schulmedizin auf.

 

Während der Arzt den Patienten in Fachbereichen "zerlegt", setzt der Osteopath einzelne Beschwerden wieder zu einem Gesamtbild zusammen. Während sonst allein die Krankheit behandelt wird, behandelt der Osteopath den gesamten Patienten. Während der Patient sich sonst dem Behandlungskonzept anzupassen hat, wird das osteopathische Behandlungskonzept individuell auf den Patienten abgestimmt. Statt vermeintliche Heilung zu verkünden, gesteht der Osteopath ein, nicht heilen zu können.

 

Der Osteopath ist sich bewußt, dass sich der Organismus nur selbst heilen kann und er unternimmt alles, um den Organismus in die Lage zu versetzen dies auch zu tun. Der Osteopath sucht die Kooperation mit den Selbstheilungskräften des Körpers und macht diese Zusammenarbeit zu einem seiner wichtigsten Prinzipien. Wohlgemerkt, auch ein Schulmediziner der beispielsweise eine Wunde säubert, desinfiziert und verbindet, tut nichts anderes. Auch er schafft letztlich nur die Voraussetzung, damit sich der Körper selbst heilen kann. Doch manchmal ist das Selbstverständnis ein anderes und es mangelt ein wenig an Bescheidenheit.

Vorbeugende Behandlung

Das Betätigungsfeld des Osteopathen zeigt weitere Möglichkeiten gegenüber der Schulmedizin auf. Es unterscheidet sich nämlich in einigen wichtigen Bereichen von dem des Schulmediziners. Das hängt mit dem osteopathischen Verständnis von Krankheitsprozessen zusammen, sowie mit einer unterschiedlichen Gewichtung anatomischer und physiologischer Zusammenhänge.

 

Aus osteopathischer Sicht entstehen Krankheiten aus dem Unvermögen des Körpers heraus, bestimmte äußere und innere Einflüsse korrigieren zu können. Solange diese Einflüsse nicht traumatischer Natur sind - also gleich die Struktur verletzen - beeinflussen sie erst einmal die Funktion. Kann der Körper diese Einflüsse nicht ausgleichen, entsteht eine funktionelle Störung als osteopathische Verletzung. Erst wenn diese funktionelle Störung die Struktur beeinflußt, bricht die Krankheit aus; zeigen sich klinische Symptome.

 

Der große Vorteil der Osteopathie besteht darin, dass sie erfolgreich funktionelle Störungen behandeln kann, während der Schulmediziner schwerpunktmäßig strukturelle Störungen therapiert. Aus schulmedizinischer Sicht arbeitet der Osteopath also vorbeugend, da er bereits Krankheiten behandelt, die der Schulmediziner noch gar nicht erfasst hat, weil diese noch keine klinischen Symptome zeigen.

Der sanfte Einsatz der Hände

Dabei ist für den Osteopath die genaue Kenntnis der menschlichen Anatomie und Physiologie zwingend notwendig. Nur so kann er Zusammenhänge erkennen, feststellen, dass Beschwerden in einer Körperregion ihre Ursache an ganz anderen Stellen haben. Hierzu bedient sich der Osteopath vorwiegend zweier "Mitteilungsorgane", die er mit seinen Händen "liest". Es sind dies die primäre Respirationsbewegung (Bewegung der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit=Liquor) und vor allem die den gesamten Körper durchziehenden Faszien. In der Schulmedizin wird die Existenz der primären Respirationsbewegung verneint und die Faszien spielen nur eine untergeordnete Rolle.

 

Osteopathen haben ihre Hände im Laufe ihrer langjährigen Ausbildung zu hochsensiblen Instrumenten ausgebildet- ganz im Gegenteil zu Schulmedizinern, die zunehmend technischen Instrumenten und Apparaten vertrauen und sich so von ihrem ursprünglichen Verständnis von ärztlicher Kunst immer weiter entfernen. Mittlerweile ist der Begriff "Kunst" in der Medizin negativ besetzt. Nur die berüchtigten "Kunstfehler" weisen darauf hin, dass die Medizin vor allem eine ärztliche Kunst ist. Die Osteopathie versteht sich als Kunst, in dem Sinne, dass sie von Menschen zu Menschen praktiziert wird und vorwiegend die geschulte Kunstfertigkeit der Hände nutzt. Es benötigt eine jahrelange Übung, bis er seine Kunst, mit den Händen zu helfen, beherrscht. Mit dem Einsatz der Hände verliert die Osteopathie aber keineswegs ihren wissenschaftlichen Anspruch, zeigen doch ihre Heilungserfolge wie sich erlernte Kunstfertigkeit und Wissenschaft zu einer neuen Medizin sinnvoll ergänzen. Neben dem ganzheitlichen Ansatz der Osteopathie, ihrem Verständnis vom Ablauf von Krankheiten und ihrer anderen Gewichtung anatomischer und physiologischer Gegebenheiten, bietet vor allem die Nutzung der Hände zur Befunderhebung und Therapie eine zusätzliche, wesentliche Chance gegenüber der Schulmedizin. Die Palpation zu erlernen heißt, den Tastsinn zu schärfen und ein Gespür für Tiefe und Räumlichkeit zu entwickeln - also auch für Vorgänge, die sich im Körperinneren abspielen. Mit dieser neu erlernten Sensibilität wachsen gleichzeitig Empfindung und Intention. Wesentliche Voraussetzung für die notwendige Fähigkeit des Osteopathen, sich selbst während der Behandlung zurückzunehmen und den Patienten als Individuum wahrnehmen zu können.

 

Die Osteopathie bietet also durchaus zusätzliche Möglichkeiten gegenüber der Schulmedizin, weil sie von einem Schulmediziner entdeckt und entwickelt wurde, weil sie die schulmedizinischen Fächer Anatomie und Physiologie zu ihren Grundlagen zählt und weil ein guter Osteopath immer die Zusammenarbeit mit der Schulmedizin suchen wird. Der Osteopath braucht die schulmedizinische Diagnose und ihre klassischen Befunde für sein individuell abgestimmtes Therapiekonzept. Dabei geht es nicht um Schulmedizin oder Osteopathie, sondern ausschließlich um das Wohl des Patienten.

Warum die Osteopathie nicht immer helfen kann?

Der Vorzug der Osteopathie liegt darin, dass sie funktionelle Störungen die noch keine klinischen Symptome hervorgerufen haben, erkennen und behandeln kann. Strukturelle Schäden werden in der Regel schulmedizinisch behandelt, doch kann der Osteopath diese häufig auslösenden funktionellen Störungen entdecken und therapieren. Nicht selten führen strukturelle Schäden zu Kompensationen an anderen Stellen. Auch hier kann der Osteopath die damit einhergehenden funktionellen Störungen erfolgreich behandeln.

 

Trotzdem, die Osteopathie ist kein Allheilmittel. Viele Beschwerden lassen sich osteopathisch gut therapieren, bei anderen empfiehlt sich die Osteopathie nur als begleitende Behandlung.

Die Osteopathie hat dort ihre Grenzen, wo die Selbstheilungskräfte des Körpers nicht ausreichen, den Organismus gesunden zu lassen. Schwere und akute Krankheiten können begleitend behandelt werden, sie gehören aber in die Obhut eines Schulmediziners.

 

Die Grenzen der Osteopathie liegen auch dort wo Beschwerden nicht organisch bedingt sind.

Helfen statt heilen

Die Fähigkeit zu heilen, besitzen weder ein Arzt noch ein Medikament oder eine Therapie. Nur der Körper selbst kann sich heilen, indem er die körpereigenen Selbstheilungskräfte aktiviert. Daher muss - mit Ausnahme der Notfallmedizin - das wichtigste Ziel einer jeden medizinischen Behandlung darin bestehen, alles Erdenkliche zu unternehmen, um die Selbstheilungskräfte des Körpers bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Mehr kann gar nicht getan werden.

 

Entsprechend ist auch das Selbstverständnis eines Osteopathen. Er versteht sich nicht als jemand der heilt, sondern als jemand der hilft. Denn die Osteopathie kann schlicht und einfach nicht heilen, aber alles unternehmen, um die Selbstheilungskräfte des Patienten zu aktivieren. Stößt sie dabei an Grenzen, wird ein guter Osteopath seinen Patienten an den entsprechenden Facharzt oder Therapeuten weiterschicken.

 

Krankenbehandlung und Krankheitsprävention, ärztliche und nicht ärztliche Einflussnahmen gehen nach heutiger Vorstellung im Gesundheitswesen zunehmend ineinander über. Durch diesen Prozess wurden Selbstbehandlung und Behandeltwerden immer stärker miteinander verbunden. Jeder ist für Erhalt und Wiederherstellung seiner Gesundheit in erster Linie selbst zuständig und verantwortlich.

 

Der Bericht soll einen kleinen Einblick in die Osteopathie geben. Ihn zu schreiben, geschah auf vielfachen Wunsch von Patienten die bereits positive Erfahrung mit der Osteopathie gemacht haben und für diejenigen die es bisher noch nicht kannten.

 

Volker Stuberg

Physiotherapeut, Osteopath, Ödemtherapeut, staat. anerk. Masseur und med. Bademeister

( Quelle: Christoph Newiger - Osteopathie, sanftes Heilen mit den Händen )